Geschichte Theaterhotel Almelo

Geschichte

Almelo Textilstadt


Weil Almelo an einem Knotenpunkt von Land- und Wasserwegen liegt, entwickelte sich die Stadt zu einer blühenden Textilstadt mit verschiedenen markanten Textilbaronen. Die Stadt profitierte im 17. und 18. Jahrhundert vom Aufstieg der Textilindustrie. Ab 1970 nahm jedoch die Konkurrenz durch die Niedriglohnländer stark zu, was letztendlich zu massiven Betriebsschließungen führte. Da es in anderen Sektoren kaum Arbeit gab, schoss die Arbeitslosenquote in die Höhe. Almelo wurde in den 80er Jahren sogar zu einer Artikel-12-Gemeinde, sie stand unter der Aufsicht des Staates wegen einer strukturell schlechten finanziellen Lage.

Schouwburg De Hagen


In denselben Jahren gab es auch Bedenken hinsichtlich des stark defizitären städtischen Theaters De Hagen. Jährlich mussten dort, mit stark steigender Tendenz, zuletzt sogar 2,4 Millionen Gulden investiert werden. Da die notleidende Situation des Theaters nicht unbemerkt blieb, wurde für eine Privatisierung plädiert. Der verstorbene Stadtrat Gerrit Stuivenberg beauftragte ein Forschungsinstitut, um eine mögliche Privatisierung zu untersuchen. Daraus ging hervor, dass trotz der Gewährung von Kultursubventionen durch die Privatisierung etwa 50 Prozent der jährlichen kommunalen Kosten eingespart werden könnten. Es wurden geeignete Parteien gesucht. Durch die Übernahme der für bankrott erklärten Pommesfabrik Tijhof durch Ad van der Valk kam auch beiläufig die Privatisierung des Theaters De Hagen zur Sprache.

Übereinkommen Van der Valk


Es wurde 1986 eine Vereinbarung mit dem Van der Valk-Konzern geschlossen. Für den symbolischen Betrag von 1 Gulden wurde Van der Valk Eigentümer des ehemaligen Theaters. Die Bedingung war, dass das Theater in ein großes Gebäude integriert würde, in dem auch ein Hotel, Restaurant und Kongresszentrum untergebracht werden sollten. Dies sollte einen Impuls für die damals noch kriselnde Wirtschaft von Almelo geben. Die Vereinbarung war eine besondere: Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle Theater im Besitz der niederländischen Regierung, und die Familie Van der Valk hatte keinerlei Erfahrung mit dem Betrieb eines Theaters.

Theaterhotel Almelo


Van der Valk investierte fünfundzwanzig Millionen Gulden in den Bau eines Hotels, einer Parkgarage, eines Schwimmbads und die notwendige Erneuerung der Einrichtung. Der vordere Teil des Theaters wurde komplett abgerissen, um Platz für das Hotel zu schaffen. Der Theatersaal blieb intakt; der Saal war nämlich in ausgezeichnetem Zustand mit neu gepolsterten Sitzen und guter Akustik. Auch die Alte Herrengesellschaft wurde in das Gebäude integriert. Die Herren der Gesellschaft erhielten im Austausch für diesen Raum eine neue Gesellschaft im neuen Teil des Theaterhotels. Die Alte Gesellschaft wurde zu einem Restaurant umgebaut. Das Kulturzentrum „De Hagen“ wurde zum Theaterhotel Almelo umgebaut.

Aus dem Artikel 12-Status


Van der Valk integrierte das Theater in einen Hotel- und Kongresskomplex und wurde zudem Theaterbetreiber, zur Zufriedenheit beider Parteien. Dadurch konnte die Gemeinde erheblich sparen und jährlich über 1,2 Millionen Gulden anderweitig verwenden. Die Gemeinde Almelo startete eine umfassende Stadterneuerung und zog mehr Investoren in die Stadt. Almelo kam dadurch sogar aus dem Artikel-12-Status heraus. 1992 wurde der Bronzene Biber, ein staatlicher Preis für Bauen und Wohnen, an Almelo aufgrund der Neubauprojekte in der Innenstadt verliehen.

Familienunternehmen


Am 21. Januar 1991 wurde das neue Theaterhotel Almelo eröffnet. Seit der Eröffnung im Jahr 1991 führt die Familie Hammink die Geschäftsleitung. Am 22. Januar 1991 betrat Simone Kleinsma als erste Künstlerin die Bühne des Theaterhotels Almelo mit dem Musical Sweet Charity. Die Familie Hammink hatte bis dahin keine Theatererfahrung, aber wohl Erfahrung in der Gastronomie, sie führten zuvor das Motel De Wouwse Tol in der Nähe von Bergen op Zoom (Nordbrabant). Mit der jungen Familie zogen sie ins twentische Almelo. Die Familie wohnte die ersten Jahre im Hotel und wusste dadurch das Konzept der Gastfreundschaft bis ins Detail zu vermitteln. Die Liebe zum Beruf und zur Stadt übertrug sich auf die Kinder und heutzutage sind die Kinder mit ihrer Ausbildung und Erfahrung in irgendeiner Weise am Theaterhotel beteiligt.

Umstrukturierung Van der Valk


Van der Valk wurde seit Anfang der 90er Jahre von Familienmitgliedern zum größten Gastronomiebetrieb der Niederlande mit 59 Standorten und 25 Hotels weltweit ausgebaut. Wie die ersten Hotels sind auch diese fast alle in Händen von Familienmitgliedern. Die Formel basiert auf "Einheitlichkeit und Erschwinglichkeit". 1996 folgte eine Umstrukturierung des Van-der-Valk-Konzerns und die Familie Hammink wurde vollständig selbständiger Unternehmer und Besitzer des Theaterhotels. Van der Valk ist mittlerweile ein Zusammenschluss von Familienmitgliedern, die alle ihr eigenes Hotel selbstständig führen. Der Konzern verfügt nicht über eine Zentrale, sondern über verschiedene Kommissionen und Vorstände, in denen die Familienmitglieder die Leidenschaft für und das Wissen über das Fach untereinander teilen und sich gegenseitig zu der Entwicklung der einzelnen Hotels sowie der gesamten Kette inspirieren.

Neuer Flügel


Die Ausgestaltung des Theaters, Hotels und der Restaurants unter einem Dach wurde zu einer erfolgreichen Formel, wodurch das Theaterhotel Almelo in Almelo und darüber hinaus zu einem Begriff wurde. Mit dem wachsenden regionalen Geschäftsleben im Hinterkopf und dem Glauben an die Entwicklung der Stadt wagte die Familie erheblich in das Hotel und die Gastronomie zu investieren. Am 16. Januar 2009 eröffnete das Theaterhotel einen neuen Flügel mit 85 neuen Hotelzimmern und einem multifunktionalen Saal von 800 m². Auch wurden die Theatersitze in den letzten Jahren erneuert und im Theater eine neue Zugswände installiert.

Der Sociëteit, Dock 19 und Solera


Die Familie Hammink sah mehrere Möglichkeiten im Gastgewerbebereich und führte im Jahr 2004 das Tapasrestaurant Solera in Almelo ein, wo man mehr als 100 authentische mediterrane Gerichte genießen kann. Dies erwies sich als ein großer Erfolg, sodass im Jahr 2010 Solera Borne Realität wurde. Mit dem trendigen Dock 19, essen & trinken, führte die Familie 2006 ein neues Konzept in Almelo ein: eine Fusionskarte, trendiges Interieur und eine einladende Bar. Dock 19 stand in der Cocktail-Top 10 von Special Bite und erhielt lobende Kritiken von der Redaktion von Lekker.
Das charakteristische, denkmalgeschützte Innenrestaurant De Sociëteit erhielt 2012 ein zeitgemäßes neues und stimmungsvolles Styling. Durch persönlichen Gastgebergeist und leidenschaftliche Gastronomie erhält der Restaurantbesuch hier eine neue Dimension.

Ständige Bewegung


Die Organisation ist auch heute noch ständig in Bewegung. So war das Theaterhotel eines der ersten Gastronomiebetriebe, die das HACCP, den Kontrollprozess für die Lebensmittelproduktion, erhielten. Auch erhielt das Theaterhotel nicht weniger als 4 „Meetinghämmer“ von der Kongress- und Meetingklassifizierung für das hohe geschäftliche Niveau der verschiedenen Einrichtungen. Im Februar 2014 hat das Theaterhotel Almelo das silberne Green Key Zertifikat erhalten, das Branchenzeichen für gesellschaftlich verantwortungsvolles Unternehmertum.

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